Bruderhähn(chen)

Bruderhähne im Grünauslauf, November 2017.

Der Bruderhahn – das ungeliebte Küken der Legehennenzucht ist in den letzten Jahren in den Focus gerückt. Sind wir berechtigt, aus wirtschaftlichen Gründen massenhaft Küken zu zeugen und gleich danach zu töten? Viele von uns sagen hier ein lautes NEIN!

Aber: wer Nein sagt, sollte auch den Bruderhahn kaufen & essen … wer Nein sagt, soll wissen, dass dieses „Bruderfleisch“ je kg ca. 1,9 kg mehr Futtergetreide benötigt *. Stellt sich die Frage, was wir ethischer finden: dem menschlichen Bedarf (Weltbevölkerung ernähren) mehr Getreide zu entziehen, um die Küken 9-18 Wochen überleben zu lassen!? Damit wäre die nächste ethische Frage gestellt: wenn wir Bruderhähne älter als 14 Wochen werden lassen, gibt es manchmal tödlich endende Rangordnungskämpfe …. außerdem bestimmen wir sowieso über die Lebenslänge von Tieren, wenn wir tierische Produkte essen!

Puuh! Die Frage, welches Fleisch denn nun das richtige ist, ist sehr schwierig …. unser gewohnt leckeres Hähnchenfleisch von extensiven Rassen? Bruderhahnfleisch? Oder vielleicht ab dem Frühjahr Fleisch vom Zweinutzungshuhn …. gerne kommen wir mit Ihnen ins Gespräch!

Wir sind einer von zwei nordhessischen Bio Geflügelschlachtbetrieben der Bruderhahninitiative Deutschland (BID). In den Wochen, in welchen wir Bruderhähne schlachten, können Sie diese bei uns frisch erwerben, ansonsten gefroren. Und auf jeden Fall in jedem Naturkostfachgeschäft (beziehbar über Naturkost Elkershausen, Göttingen).

  • Vergleichswert ermittelt im Vergleich des Futterverbrauches unserer normalen Hähnchen bei 3 kg LG nach 12 Wochen, der Bruderhahn mit 1,8 kg LG nach 16 Wochen.